
Wieso sind die Nieren für den Knochenbau wichtig?
Eine der häufigsten Nebenwirkungen einer Nierenerkrankung ist die renale Osteopathie. Eine Form von Knochenentkalkung, die durch Calciummangel und zuviel Phosphat ausgelöst wird.
Calcium und Phosphat spielen für die Steuerung des Knochenstoffwechsels eine wichtige Rolle. Jeder Mensch nimmt das für den Knochenbau wichtige Calcium mit der Nahrung auf. Damit im Darm ausreichend Calcium aufgenommen werden kann, braucht der Körper Vitamin D, das in den Nieren gebildet. Wird. Sind die Nieren aber geschädigt, wird zu wenig Vitamin D produziert. Es kommt dadurch zum Calciummangel. Der Körper holt sich dann das Calcium aus den Knochen. So wird die Knochenmasse abgebaut und die Knochen verlieren Kalk. Diese renale Osteopathie kann durch Calcium-Tabletten und Vitamin-D-Präparate entgegengewirkt werden.
Wie fortgeschritten die renale Osteopathie bereits ist, lässt sich durch Messung des Parathormon-Spiegels im Blut messen. Dieses Hormon wird in den Nebenschilddrüsen produziert und steuert die Calciumfreisetzung. Je mehr Parathormon sich im Blut befindet, um mehr verlieren die Knochen an Kalzium.
Phosphat, das mit der Nahrung aufgenommen wird, wirkt ebenfalls negativ auf den Parathormon-Spiegel und damit auf den Knochenstoffwechsel. Bei Gesunden wird Phosphat über die Nieren ausgeschieden. Bei Nierenkranken aber verbleibt das Phosphat im Blut, steigert die Parathormon-Bildung und schädigt damit die Knochen. Spezielle Medikamente die Phosphatbinder können das verhindern. Sie binden Phosphat im Darm und reduzieren die Phosphataufnahme. Phosphatbinder sollten bei einer Nierenleistung von weniger als 50 Prozent eingesetzt werden, spätestens aber in der Diaylsephase, wenn die Nieren nicht mehr fähig sind, das Phosphat auszuscheiden.

