
Lanthancarbonat - Neueste Alternative zur Phosphat-Bindung
Seit Anfang Dezember 2006 ist in der Bundesrepublik der neue verschreibungspflichtige Phosphatbinder Fosrenol® (Wirkstoff Lanthancarbonat) in den Dosierungen von 250, 500, 750 oder 1000 mg pro Kautablette auf dem Markt. Das Produkt soll vermeiden, dass bei Dialysepatienten ein zu hoher, schädlicher Phosphat-Blutspiegel (Hyperphosphatämie) auftritt.
Fosrenol® ist zugelassen als Phosphat-bindendes Mittel zur Vermeidung einer Hyperphosphatämie bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, die eine Hämodialyse-Behandlung oder eine kontinuierliche, ambulante Peritonealdialyse (CAPD) erhalten.
Die Kalzium- und Aluminium-Freiheit des Produktes gilt - neben der ausgezeichneten Wirksamkeit - als sein besonderer Vorteil. Herkömmliche Phosphatbinder haben nämlich erhebliche Nebenwirkungen, die bei Lanthancarbonat fehlen: So führen aluminiumhaltige Produkte bei Dialyse-Patienten unter anderem zu Gehirnerkrankungen mit Verlust geistiger-seelischer Fähigkeiten (Demenz), zu Knochenerkrankungen oder zu Blutarmut. Kalziumhaltige Phosphatbinder wiederum führen zur schädlichen Kalziumüberladung des Blutes (Hyperkalziämie). Und erhöhen so die Gefahr von Weichteil-Verkalkungen bis hin zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Pro Mahlzeit nur eine Tablette nötig
Eine Alternative zu den klassischen, problembehafteten Phosphatbindern sind die neuen vollständig kalzium- und aluminiumfreien Phosphatbinder. Der erste Vertreter dieser Gruppe (Wirkstoff Selevamer) stellt jedoch wegen der hohen Anzahl von einzunehmenden Tabletten keine ideale Alternative zu den klassischen Produkten dar. Bei dem neuesten kalzium- und aluminiumfreien Phosphatbinder - Lanthancarbonat - ist hingegen pro Mahlzeit meist nur noch eine einzige Tablette notwendig, was Phosphatbindung so einfach macht wie nie zuvor. Hinsichtlich Wirkung, Nebenwirkungsprofil, Wirkstoff-Aufnahme und Ausscheidung oder Einfachheit der Anwendung wird Lanthancarbonat als bedeutender Durchbruch bezeichnet [1]. Dialyse.de wird über die Ergebnisse berichten.
Autor
Rainer H. Bubenzer - multi MED vision - Berliner Hamburger Medizinredaktion, Juni 2007.
Quelle
- Freemont AJ: Lanthanum carbonate. Drugs Today (Barc). 2006 Dec;42(12):759-70 (Kurzfassung).

