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Dialyse: Krafttraining gut für Muskeln, Fitness und Lebensqualität

Krafttraining gut für Muskeln, Fitness und Lebensqualität

Muskelschwund ist ein wichtiger Risikofaktor für vorzeitigen Tod bei Dialyse-Patienten. Australische Forscher haben jetzt gezeigt, dass intensives Muskeltraining - während der Dialyse - Muskeln wieder aufbaut, Fitness und Gesundheit verbessert sowie die Lebensqualität steigert [1].

Die Arbeitsgruppe um Bobby Cheema, Universität Sydney/Australien, beschäftigt sich schon seit 1986 mit den Auswirkungen von Sport auf Dialyse-Patienten. Für die aktuelle Studie wurden per Zufallsverfahren zwei Gruppen von ambulanten Dialyse-Patienten (Durchschnittsalter 62 Jahre, Dialysedauer 4 Monate bis rund 17 Jahre) gebildet und untersucht: Eine Gruppe (24 Patienten) absolvierte 12 Wochen lang ein intensives Krafttraining während der Dialyse. Die Vergleichsgruppe (25 Patienten) verbrachte die Zeit nur mit den üblichen Beschäftigungen während der Dialyse - Fernsehen, Schlafen oder Lesen. Die Patienten der Muskelaufbaugruppe trainierten dreimal wöchentlich aufrecht sitzend oder liegend während der Dialyse, unter anderem mit Hanteln und Fußgewichten. Es mussten jeweils 10 hochintensive Trainingseinheiten absolviert werden (der Shunt-Arm wurde stets vor Beginn der Dialyse trainiert).

Nach zwölf Wochen hatten Muskelmasse, Muskelkraft und Ausdauer im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich zugenommen. In der Trainings-Gruppe nahm beispielsweise die mit einem Dynamometer gemessene Muskelkraft um 15,2 kg zu. In der Kontrollgruppe dagegen verringerte sie sich im gleichen Zeitraum um 2,4 kg. Oberarm- und Oberschenkelumfänge nahmen in der Sportgruppe signifikant zu. Auch die mittels Computer-Tomographie gemessene Größe der Muskelfettdepots nahm während der 12 Wochen Training erheblich ab (ein Anzeichen für Muskelwachstum). Bei den Laborwerten zeigte sich ein deutlich Rückgang von Entzündungs-Marker im Blut (CRP) in der Trainingsgruppe. Außerdem gaben die Patienten per Fragebogen an, dass sie körperlich fitter und vitaler geworden waren, ihre Lebensqualität also gestiegen war. Ihre Ausdauer hatte ebenfalls zugenommen. Der Ablauf der Dialyse werde durch den Sport nicht beeinträchtigt, so die Wissenschaftler. Zudem zeigten sich keine Unterschiede bei Dialyse-bezogenen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Hypotonie oder Probleme mit dem arteriovenösen Shunt.

Die objektiven Veränderungen durch den Sport - Muskelaufbau, Erhöhung des Körpergewichtes oder Abnahme von Entzündungs-Markern im Blut - machen die möglichen Auswirkungen des Trainings auf die Lebenserwartung klar: Mehr Muskeln bedeuten unter anderem einen verbesserten Zuckerstoffwechsel, was zu einer verlängerten Lebenserwartung beiträgt. Die Abnahme der pro-entzündlichen Blut-Marker wiederum kann die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen Ursachen senken. Natürlich ist die Untersuchungszeit von 12 Wochen viel zu kurz, um die wirklichen Auswirkungen des Sports auf die Lebenserwartung sicher festzustellen. Trotzdem sind sich die australischen Forscher jetzt schon einig: Fitness-Übungen sollten auf Hämodialyse-Stationen zur Standardpraxis werden. Nicht zuletzt, weil dies möglich sei, möglich ohne die Routineversorgung oder den Ablauf der Dialyse zu beeinträchtigen. Hinweis: Alle dargestellten Ergebnisse wurden ohne Umstellung der Ernährung und ohne zusätzliche körperliche Aktivitäten erzielt.

Autor

Rainer H. Bubenzer - multi MED vision - Berliner Hamburger Medizinredaktion, Juni 2007.

Quellen

  1. Cheema B, Abas H, Smith B, O'sullivan A, Chan M, Patwardhan A, Kelly J, Gillin A, Pang G, Lloyd B, Singh MF: Progressive Exercise for Anabolism in Kidney Disease (PEAK): A Randomized, Controlled Trial of Resistance Training during Hemodialysis. J Am Soc Nephrol. 2007 May;18(5):1594-601 (Kurzfassung).
  • Bildquelle: © marshel, sxc.hu
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