
Lesetipp: Alles rund um die Peritonealdialyse
Die Autoren des Buches „Peritonealdialyse“ beschäftigen sich seit vielen Jahren mit diesem Dialyse-Verfahren und betreuen Patienten sowohl pflegerisch als auch ärztlich. Ihre als Buch zusammengefassten und aufbereiteten Erfahrungen und Kenntnisse richten sich in erster Linie an das Fachpersonal von Behandlungszentren oder Fortbildungseinrichtungen. Der Aufbau des 130seitigen Werkes folgt didaktischen Vorgaben: Ausgehend von dem Prinzip der Peritonealdialyse („PD“) werden im ersten Teil schrittweise die Grundprinzipien der Dialyse dargestellt, die Verwendung von Dialyselösungen und Kathetern, ihrer Implantation, die möglichen Komplikationen oder die Katheter-Pflege. Der zweite Teil geht auf Beratung, Schulung und ambulante Betreuung der PD-Patienten ein. Auch der speziellen Ernährung oder den erlaubten sportlichen Aktivitäten ist ein kurzes, einführendes Kapitel gewidmet. Ein Schwerpunkt des zweiten Teils liegt auf der Behandlung von Komplikationen, die während der PD auftreten können.
In den insgesamt 17 Kapiteln werden gut verständliche Zeichnungen und Infografiken verwendet, um komplexe Sachverhalte darstellen. Auch Fotos sind abgedruckt, die anschaulich beispielsweise eine postoperative Bauchbinde zeigen. Verschiedene Protokolle geben Einblick in Kontrollmaßnahmen, besonders wichtige Hinweise sind extra gekennzeichnet. Die verwendete Sprache ist eher medizinisch-akademisch. Deshalb könnten Angehörige nicht-ärztlicher Fachberufe gelegentliche Verständnis-Probleme bei dem medizinischen Teil bekommen, medizinische Laien aber auf jeden Fall.
Da das kleine Werk primär als Schulungsmaterial für Health Professionals ausgelegt ist, taugt es nur bedingt für Patienten. Und dennoch: Es bietet Patienten der Peritonealdialyse oder jenen, die sich für dieses Verfahren interessieren, viel grundlegendes Wissen. Die Bereitschaft, sich in die medizinischen Sachverhalte und Sprache einzuarbeiten, ist dann allerdings Voraussetzung. Es könnte sich lohnen. Denn wer sich als Patient in „sein“ Therapieverfahren eingearbeitet hat, ist auch sein eigener Experte und wird sich nicht mehr so schnell ausgeliefert fühlen. Außerdem bietet das Buch durchaus Chancen zur Versorgungs-Kontrolle: „Wurde im Beratungsgespräch alles Wichtige mit mir besprochen?“ „Auf welche Dinge kann ich selbst regelmäßig achten?“ „Welche Medikation wird bei Komplikationen vorgeschlagen?“ Fazit: Expertenwissen ist ein mächtiges Instrument, um mit der eigenen Erkrankung besser zurechtzukommen. Dieses Buch bietet - nach einiger Einarbeitung - eine starke Möglichkeit dazu.
Christa Tast, Thomas Mettang, Petra Knödler: Peritonealdialyse (3. Aufl.).
Pabst Science Publishers, Lengerich, 2006. ISBN 3-933151-52-X, € 15,-.
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Autorin
Marion Kaden, Berliner Medizinredaktion, Dezember 2007.

