Was haben die Nieren mit der Dialyse zu tun?

Die Nieren: Unsere unsichtbaren Helfer

Jeder Mensch hat normalerweise zwei bohnenförmige Nieren, die rund um die Uhr auf Hochtouren arbeiten. Ihre Hauptaufgabe: das Blut von „giftigen“ Stoffen zu befreien. Dazu zählen vor allem Substanzen, die wir mit der Nahrung aufnehmen, die unserem Körper aber in hohen Konzentrationen schaden würden. Auch Arzneimittel oder Umweltgifte werden über die Nieren herausgefiltert und mit dem Urin ausgeschieden. 

Die Funktion der Nieren geht aber weit über das Herausfiltern und der Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten, Elektrolyten (Salze) und überschüssiger Flüssigkeit hinaus. Die Nieren sind zusätzlich für die Bildung von Hormonen, das Ausscheiden von nicht in den Nieren gebildeten Hormonen und die Erhaltung des körpereigenen Stoffgleichgewichts verantwortlich. Wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten, kann es daher zu einem vielschichtigen Krankheitsbild kommen.

Niereninsuffizienz: Wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten

Wird eine Niereninsuffizienz in einem früheren Stadium diagnostiziert, wird der Nierenfacharzt zunächst versuchen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder aufzuhalten.

Wie kommt es zum Nierenversagen?

  • Häufigste Ursachen sind Diabetes, langjährig hoher Blutdruck, eine chronische Nierenentzündung oder Zystennieren.
  • Durch eine plötzliche Mangeldurchblutung der Nieren, welche durch unerwartet hohen Blutverlust oder überraschenden Blutdruckabfall eintreten kann.
  • Auch eine Vergiftung oder ein Allergie-Schaden kann eine Niereninsuffizienz verursachen.

Für den Patienten bedeutet dies: alles vermeiden, was die Nieren weiter schädigt. In Stadien, in denen die Urinausscheidung noch in vollem Umfang funktioniert, unterstützt die Flüssigkeitsaufnahme die Nierenfunktion. Lagert der Körper bereits Wasser ein, kann die Urinausscheidung mithilfe von Medikamenten verbessert werden. Ebenso können bestimmte Medikamente die Nieren dabei unterstützen, einige Abfallprodukte aus dem Körper auszuscheiden.

Können die Nieren den Körper nicht mehr von den sogenannten harnpflichtigen Substanzen befreien oder diese Aufgaben nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr erfüllen, liegt eine fortgeschrittene Niereninsuffizienz vor. In der Folge werden nicht nur die schädlichen Stoffe im Körper eingelagert, auch der Blutdruck kann ansteigen, im Gewebe kann sich Flüssigkeit ansammeln und es werden weniger rote Blutkörperchen im Knochenmark produziert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf einen Blick – mögliche Folgen von Nierenversagen:

Stadieneinteilung

Stadium I
Nierenerkrankung mit noch normaler Nierenfunktion


Stadium II
Beginnende Niereninsuffizienz


Stadium III
Mittelschwere Niereninsuffizienz


Stadium IV
Schwere Niereninsuffizenz


Stadium V
Terminale Niereninsuffizienz

Warum hilft die Dialyse bei Nierenversagen?

Der Ablauf und die Funktion einer Dialyse

In Dialyseeinrichtungen sind Behandlungsteams vor Ort, die Ihnen zur Seite stehen und sich um Ihr Wohlbefinden kümmern. Denn Sie und Ihr Partner oder Ihre Familie sind jetzt am wichtigsten – je mehr über die Behandlung bekannt ist, desto mehr Unterstützung ist möglich, um optimale Behandlungsergebnisse zu erzielen.

Erreicht die Nierenerkrankung das Stadium der terminalen Niereninsuffizienz, verlieren die Nieren ihre Funktionsfähigkeit. Medikamente und ein bewusster Lebensstil können die auftretenden Folgen sowie Beschwerden nicht mehr ausgleichen. Eine Nierenersatztherapie, wie die sogenannte Dialyse, wird dringend erforderlich. Bei der Dialyse übernehmen technische Hilfsmittel die Filterfunktion der ausgefallenen Nieren. Sie befreien das Blut von gefährlichen Stoffen und überschüssigem Wasser und leiten das gereinigte Blut dem Körper wieder zu. In wenigen Stunden wird durch die Dialyse so das Blut gereinigt – eine Leistung, für die gesunde Nieren täglich 24 Stunden arbeiten.

Keine verlorene Zeit:

  • Eine gesunde Niere filtert und reinigt das Blut täglich 24 Stunden – das entspricht 168 Stunden pro Woche! Durch die Dialysebehandlung muss diese Leistung hingegen in circa 12 bis 15 Stunden – je nach Verfahren – ersetzt werden.

Wie genau reinigt die Dialyse das Blut?

Die unterschiedlichen Dialyseverfahren funktionieren nach dem gleichen Prinzip:

Das Blut wird mittels Diffusion über eine Membran gefiltert. Eine Diffusion kommt dann zustande, wenn sich Teilchen verschiedener Stoffe bewegen und es dadurch zu einer Durchmischung kommt. Ein vergleichbares Beispiel ist Tinte: Sobald man Tinte in ein Glas Wasser gibt, verteilt sich diese nach und nach von selbst im Wasser. Durch die ständige Bewegung von Wasser und Tinte vermischen sich die Flüssigkeiten.

Da die Dialyse lediglich die Filter- und Ausscheidungsfunktion der Nieren, nicht aber die Bildung von Hormonen übernimmt, sind neben der Dialyse meist zusätzlich Medikamente nötig. Auch werden beispielsweise wasserlösliche Vitamine durch die Hämodialyse entfernt, die ebenfalls nach der Dialysebehandlung medikamentös ersetzt werden müssen.

Wichtig:

  • Die künstlichen Verfahren können die Aufgaben der Nieren nicht in vollem Umfang ersetzen, sondern nur annähernd kompensieren. Lediglich die Entgiftung, Entsäuerung und Wasserausscheidung kann die Dialysemaschine übernehmen. Weitere Aufgaben, wie etwa die Regulation des Blutdrucks oder die Bildung von Hormonen, müssen durch Medikamente unterstützt werden.

Dialyse ist nicht gleich Dialyse: Verfahren im Vergleich

Mediziner unterscheiden hier zwischen verschiedenen Techniken: die Hämodialyse und die Bauchfelldialyse (= Peritonealdialyse). Bei der Hämodialyse wird das Blut außerhalb des Körpers mit Hilfe einer Maschine „gewaschen“. Bei der Peritonealdialyse wird die Filterfunktion der Nieren innerhalb des Körpers durch das Bauchfell ersetzt. Welche Behandlungsmethode die für Sie geeignete ist, besprechen Sie am besten mit dem behandelnden Arzt oder Nephrologen.

Hämodialyse (Blutwäsche)
Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse)
Wie ist der Ablauf?
Das Blut wird außerhalb des Körpers gewaschen. Diese Behandlungsart befreit das Blut vonMehr

Das Blut wird außerhalb des Körpers gewaschen. Diese Behandlungsart befreit das Blut von Stoffwechselendprodukten, überschüssigen Salzen und Flüssigkeiten. Das gereinigte Blut wird anschließend wieder dem Körper zugeführt.

Wie ist der Ablauf?
Das Bauchfell umgibt als natürliche Filtermembran den gesamten Bauchraum und ist bis zu zweiMehr

Das Bauchfell umgibt als natürliche Filtermembran den gesamten Bauchraum und ist bis zu zwei Quadratmeter groß.

Über einen dünnen, operativ eingesetzten, Schlauch (Katheter) wird die Dialyseflüssigkeit in den Bauchraum gefüllt. Sie verbleibt dort über mehrere Stunden. Aus dem Körper gelangen so Giftstoffe und überschüssige Flüssigkeit in die Dialyselösung. Der Beutelwechsel erfolgt manuell durch den Patienten (CAPD: kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse).

 

Beim automatischen Verfahren für die  Peritonealdialyse (APD = automatisierte Peritonealdialyse) wird mit Hilfe einer Maschine (Cycler) die Bauchfelldialyse über Nacht im Schlaf durchgeführt.

In Schulungen erklärt das Fachpersonal, wie die Peritonealdialyse-Behandlung selbstständig sicher durchgeführt wird.

Wie häufig findet die Behandlung statt?
Meistens suchen die Patienten das Dialysezentrum dreimal pro Woche für jeweils vier bis fünfMehr

Meistens suchen die Patienten das Dialysezentrum dreimal pro Woche für jeweils vier bis fünf Stunden auf.

Einige Zentren bieten auch über Nacht laufende Dialyse-Sitzungen an oder Heimhämodialyse (Glossarverlinkung und Erklärung).

Wie häufig findet die Behandlung statt?
Um eine effiziente Filterleistung zu gewährleisten, wechseln die meisten Patienten dieMehr

Um eine effiziente Filterleistung zu gewährleisten, wechseln die meisten Patienten die Dialysierflüssigkeit rund vier Mal am Tag selbstständig. Beim automatischen Verfahren wird der Wechsel von einem Cycler über Nacht übernommen oder im Zentrum durchgeführt (IPD) (Glossarverlinkung und Erklärung).

Warum ist große Eigenverantwortung wichtig?
Es ist absolut wichtig, die Hämodialyse regelmäßig durchzuführen und die DialysetermineMehr

Es ist absolut wichtig, die Hämodialyse regelmäßig durchzuführen und die Dialysetermine einzuhalten.

Prinzipiell ist es möglich, die Dialyse auch zu Hause selbst durchzuführen (Heimhämodiayse). Dies erfordert jedoch Schulung, gewisse räumliche Voraussetzungen und eine große Eigenverantwortung.

Warum ist große Eigenverantwortung wichtig?
Da die Bauchfelldialyse-Behandlung auch zuhause möglich ist, ermöglicht sie den Patienten eineMehr

Da die Bauchfelldialyse-Behandlung auch zuhause möglich ist, ermöglicht sie den Patienten eine gewisse räumliche und zeitliche Unabhängigkeit – verlangt zugleich aber große Eigenverantwortung und Verlässlichkeit. Aufgrund medizinischer und platztechnischer Gründe ist dieses Verfahren daher nicht für alle Betroffenen gleichermaßen geeignet. Darüber hinaus ist die Methode nicht auf unbegrenzte Zeit einsetzbar.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?
Um das Blut einfach entnehmen zu können und nach der Reinigung dem Körper wiederMehr

Um das Blut einfach entnehmen zu können und nach der Reinigung dem Körper wieder zurückzuführen, ist ein Zugang zu den Blutgefäßen – meist am Unterarm – nötig.

Es gibt hierfür drei Grundtypen:

  • den Shunt = Fistel (Verbindung einer Arterie mit einer Vene, AV-Fistel) (bester Gefäßzugang)
  • die AV-Gefäßprothese – eine arteriovenöse Gefäßprothese ist ein Kunststoffschlauch
  • den Venenkatheter.

Je nach Typ ist bspw. beim Shunt ein sogenanntes Shunt-Training zur Verbesserung der Funktionsfähigkeit notwendig.

 

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?
Für dieses Verfahren wird chirurgisch ein Katheter in den Bauchraum gelegt. Der kleine EinschnittMehr

Für dieses Verfahren wird chirurgisch ein Katheter in den Bauchraum gelegt. Der kleine Einschnitt erfolgt meist linksseitig knapp oberhalb des Bauchnabels. Das Katheter-Ende, das im Bauchraum liegt, hat viele kleine Öffnungen, durch die die Dialyseflüssigkeit fließen kann; das andere Ende ist außen am Körper sichtbar und wird nach der Behandlung wieder mit einer sicheren Verschlusskappe versehen. Über diesen Katheter wird die Dialyseflüssigkeit in die Bauchhöhle geleitet und auch wieder ausgeleitet.

Wenn der Katheter gelegt wird, bleibt der Patient noch einige Tage im Krankenhaus. Er trainiert in dieser Zeit die eigenständige Durchführung der Peritonealdialyse oder erlernt dies ambulant in seinem ambulanten Nierenzentrum.

Hämodialyse (Blutwäsche)
Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse)

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Während der Hämodialysesitzung sollten Sie Folgendes beachten:

  • Ziehen Sie sich etwas Bequemes an, denn Sie sind für mehrere Stunden an den Dialysator angeschlossen.
  • Den punktierten Arm sollten Sie bequem und ruhig lagern und so wenig wie möglich bewegen.
  • Wenn Sie während einer Dialysesitzung zur Toilette müssen, kann die Behandlung zur Not kurz unterbrochen werden. Wenden Sie sich in diesem Fall einfach an das Pflegepersonal und teilen Sie Ihre Bedürfnisse ruhig mit.
  • Klären Sie vorab, ob es während der Dialysebehandlung vor Ort möglicherweise eine Kleinigkeit zu essen gibt.
  • Bringen Sie sich etwas zum Lesen mit.
  • Nutzen Sie die vorhandenen TV- oder Radioanschlüsse, eventuell WLAN-Angebote
  • Tauschen Sie sich mit anderen Patienten aus.
  • Nehmen Sie, falls möglich, spezielle Bewegungsangebote in Anspruch.

Wie bei allen medizinischen Behandlungen besteht auch bei der Hämodialyse die Möglichkeit, dass Nebenwirkungen auftreten können, wie beispielsweise:

  • Muskelkrämpfe
  • Schwindel, Übelkeit oder Mattigkeit durch Absinken des Blutdrucks
  • Erschöpfung nach der Behandlung
  • Selten allergische Reaktionen auf die Schlauchmaterialien der Dialyseapparatur 

Das Pflegepersonal ist vor Ort für Sie da und begleitet Sie durch die Behandlung. Teilen Sie sich jederzeit mit und äußern Sie Wünsche oder auch Ihre Ängste.

Mögliche Nebenwirkungen bei Dialyse-Patienten können sich folgendermaßen äußern:

Ausrufezeichen

Juckreiz

Insbesondere vor und in der ersten Zeit der Dialysebehandlung kann Hautjuckreiz auftreten. WoherMehr

Insbesondere vor und in der ersten Zeit der Dialysebehandlung kann Hautjuckreiz auftreten. Woher dieser kommt, ist nicht klar. Genauso gibt es gegen den Juckreiz kein Mittel, das bei jedem wirkt. Wichtig ist, die trockene Haut geeignet zu pflegen. Darüber hinaus können juckreizstillende Salben, Wechselgüsse, Bürstenmassagen oder UV-Licht- Bestrahlungen helfen.

Ausrufezeichen

Urämische Polyneuropathie

Vor allem Dialysepatienten mit Diabetes können von dieser Nervenerkrankung betroffen sein.Mehr

Vor allem Dialysepatienten mit Diabetes können von dieser Nervenerkrankung betroffen sein. Typische Anzeichen: Kribbeln, brennende Schmerzen in Beinen und Füßen, Muskelschwäche, schmerzlose Wunden und Wadenkrämpfe. Physikalische Therapiemaßnahmen sowie eine intensivere Dialysebehandlung können Abhilfe schaffen.

Bitte beachten Sie:

  • Die hier dargestellten Informationen wurden gemeinsam mit Experten und Pflegekräften entwickelt, wodurch die Inhalte fachlich geprüft sind und eine erste Orientierung geben können. Die bereitgestellten Informationen auf der Website können jedoch nicht einen persönlichen Termin beim Arzt ersetzen.

FAQs:

Klicken Sie, um mehr zu lesen:

Wenn Sie sich für das Verfahren der Hämodialyse entschieden haben, bekommt Ihr Körper Zeit, sich an diese medizinische Behandlung zu gewöhnen: Die ersten drei Sitzungen werden als Andialyse bezeichnet und finden unter besonders schonenden Bedingungen statt. Beim ersten Mal werden Sie vom Dialysepersonal in Empfang genommen. Es wird Ihnen ein Dialyseplatz, eine Liege oder ein Bett, zugewiesen. Später werden Sie in aller Regel einen festen Platz haben. Die weiteren Behandlungen werden in der Regel dreimal pro Woche, entweder Montag – Mittwoch – Freitag oder Dienstag – Donnerstag – Samstag über jeweils ca. vier Stunden oder länger stattfinden. Die Anfangszeiten und die genauen Dialysetage legen Sie gemeinsam mit dem Pflegepersonal fest. Man wird sich bemühen, Ihre Wünsche möglichst zu berücksichtigen. Dies kann am Anfang noch schwierig sein, vielleicht dauert es noch etwas, bis Ihre Wunschtage und Zeiten eingerichtet werden können.

Kann an den Dialysetagen nicht gearbeitet werden, besteht bei bescheinigter Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Krankengeld. Die Tage werden aber auf den Krankengeldanspruch von insgesamt 78 Wochen angerechnet. Wird nur ein Teil des Arbeitstages für die Dialyse benötigt, gibt es die Möglichkeit einer Art Ersatz des Verdienstausfalls im Sinn von „ergänzenden Leistungen zur Rehabilitation“. Hierzu sollten Sie auf jeden Fall ein klärendes Gespräch mit der Krankenkasse suchen; die Handhabung ist teilweise unterschiedlich.

Der reine Vorgang des Blutwaschens ist schmerzfrei. Je nach Behandlungsverfahren muss zunächst jedoch auf operativem Weg ein Shunt gelegt werden, was schmerzhaft ist. Dadurch wird ein sogenannter Wundschmerz ausgelöst, der individuell empfunden werden kann. Auch können eventuell geringe Schmerzen bei der späteren Shuntpunktion auftreten. Eine Dialyse stellt eine erhebliche Belastung für den Körper dar. Es können Nebenwirkungen wie Muskelkrämpfe, Blutdruckabfall, Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Kopfschmerzen, allergische Reaktionen sowie Juckreiz auftreten. Jedoch kann diesen Nebenwirkungen gut mit zusätzlichen Medikamenten entgegengewirkt werden.

Wer mittels einer Dialyse behandelt wird, darf unter bestimmten Voraussetzungen ein Kraftfahrzeug der Gruppe 1 (bis 3,5 Tonnen) führen. Dies setzt jedoch voraus, dass es keine Komplikationen oder Begleiterscheinungen gibt, die das sichere Führen eines Fahrzeugs beeinträchtigen könnten. Deshalb ist es notwendig, nach der Andialyse und einer problemlosen Beobachtungszeit eine positive Begutachtung ärztliche Einschätzung des Dialysearztes zu erhalten, welche mit weiterer ständiger ärztlichen Betreuung und Kontrolle einhergeht.
Es ist zu beachten, dass die andauernde Notwendigkeit einer Dialyse mit einem Behinderungsgrad von 100 GdB (schwere Behinderung) eingestuft werden kann. Dies wiederum bedeutet, dass Dialysepatienten Anspruch auf diverse Vergünstigungen, u.a. die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder Fahrdienste, haben.

Die Dialyse reinigt das Blut von Schadstoffen, die normalerweise von den Nieren gefiltert werden. Da die Nieren 24 Stunden arbeiten, die Dialysebehandlung allerdings nur 3 – 4 Mal pro Woche stattfindet, ist es notwendig die Aufnahme von Schadstoffen möglichst gering zu halten um das eigene Wohlbefinden zu unterstützen. Insbesondere ist darauf zu achten, ausreichend Kalorien sowie Eiweiß zu sich zu nehmen und gleichzeitig Lebensmittel mit Kalium, Phosphat und Kochsalz nach Möglichkeit zu vermeiden. Auch bei der Aufnahme von Flüssigkeiten gilt die Besonderheit, diese niedrig zu halten. Ärzte, Fachbroschüren sowie Angebote von Dialysezentren sind hierbei wertvolle Informationsquellen. Einige Dialysezentren bieten zudem umfangreiche Ernährungsberatungen an.

Kalium ist einer der Stoffe die nach Möglichkeit von Dialysepatienten gemieden werden sollten. Da Kalium wasserlöslich ist, kann sein Anteil durch Wässern der Lebensmittel reduziert werden. Hierfür sollte das kleingeschnittene Obst bzw. Gemüse für 3 – 5 Stunden in ausreichend Wasser (lauwarm) liegen. Zu beachten ist, dass das Wasser vor dem Kochen gewechselt werden sollte, da das gelöste Kalium sich nun darin befindet. Des Weiteren kann der Kaliumgehalt von Obst und Gemüse durch Garen im Wasserbad um ein Drittel reduziert werden. Hierfür wird das Obst bzw. Gemüse zunächst möglichst klein geschnitten, um die vom Wasser berührte Fläche zu vergrößern und dann in reichlich Wasser auf 70 Grad Celsius erhitzt um dann langsam abzukühlen. Alternativ kann tiefgekühltes Gemüse/Obst (1/3 weniger Kalium als frisches Gemüse/Obst) oder möglichst ungesüßtes Konservenobst bzw. Gemüse (30 – 50 % weniger Kalium im Vergleich zu frischem Obst/Gemüse) genutzt werden.

Sollten Sie während der Dialyse das Bedürfnis haben die Toilette aufzusuchen, dann ist das
kein Problem. Lassen Sie das anwesende Fachpersonal Bescheid wissen, dann kann die
Dialysebehandlung hierfür kurz unterbrochen werden.

Ohne eine Nierenersatztherapie – die Dialyse oder eine Nierentransplantation – ist das Nierenversagen, also die terminale Niereninsuffizienz, lebensbedrohlich und der Körper vergiftet sich quasi selbst. Da die Stoffwechselendprodukte, Mineralstoffe und überschüssige Flüssigkeit nun nicht mehr ausgeschieden werden, kommt es zu einer schädlichen Ansammlung der harnpflichtigen Substanzen im Blut, medizinisch Urämie genannt. Es kann besonders durch zu hohe Kaliumwerte im Blut zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen, wenn die festgesetzten Dialysebehandlungen ausgelassen werden.

Glossar:

Komplexe Fachbegriffe – einfach erklärt:

Akutes Nierenversagen: plötzlich eintretender, oft vorübergehender Verlust der Nierenfunktion
Anämie: Blutarmut; Zustand eines Mangels an roten Blutkörperchen. Gesunde rote Blutkörperchen transportieren Sauerstoff durch den ganzen Körper. Befindet sich eine zu geringe Anzahl dieser Zellen im Blut, werden die Gewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Anämie kann sich durch Blässe, leichte Ermüdbarkeit und einen beschleunigten Herzschlag bemerkbar machen und ist bei Patienten, die an einer chronischen Nierenkrankheit leiden bzw. unter Dialyse stehen, häufig anzutreffen.
Anurie: fehlende Harnausscheidung
Arterien: Blutgefäße, durch die das Blut vom Herzen weg in den Körper fließt
Arteriovenöse Gefäßprothese: Sind die Venen zu klein für einen Shunt, kann der Blutgefäßzugang mithilfe eines unter die Haut implantierten Kunststoffschlauchs angelegt werden. Diese künstliche Vene kann bereits nach zwei oder drei Wochen für die regelmäßige Hämodialyse verwendet werden.
Chronische Nierenerkrankung: schleichender, über mehrere Jahre fortschreitender Verlust der Nierenfunktion, der oft in dauerhaftem Nierenversagen endet. Patienten, bei denen ein permanentes Nierenversagen eingetreten ist, sind auf eine Nierenersatztherapie in Form der Dialyse oder einer Nierentransplantation angewiesen.
Cycler: Dialysegerät; bei der automatischen Peritonealdialyse (APD, CCPD) eingesetzte Maschine, die den Bauchraum automatisch mit Dialyselösung (Dialysat) füllen und wieder entleeren kann.
Dialysator: Dialysefilter, Herzstück des Hämodialysegeräts. Der Dialysator enthält zwei durch eine Membran voneinander getrennte Räume; einer nimmt die Dialyselösung, der andere das Blut des Patienten auf.
Dialyse: künstliche Blutwäsche, bei der das Blut von Stoffwechselendprodukten sowie Wasser und Salzen gereinigt wird, übernimmt die Nierenfunktion. Wenn die Nieren versagen, muss das Blut mithilfe einer speziellen Apparatur auf künstlichem Weg gereinigt werden. Die beiden wichtigsten Formen der Dialyse sind die Hämodialyse und die Peritonealdialyse.
Dialyselösung: Dialysat; Spüllösung, die bei den bedeutendsten Dialyseverfahren – Hämodialyse und Peritonealdialyse – zum Einsatz kommt. Für die Peritonealdialyse enthält sie zusätzlich zu den lebenswichtigen Salzen (Elektrolyte) auch bestimmte Zucker.
Diffusion: Sowohl bei der Hämo- als auch Peritonealdialyse wird das Blut mittels Diffusion über eine Membran gefiltert. Das Blut durchläuft dabei einen speziellen Filter, der eine hauchdünne Trennschicht mit winzigen Poren besitzt und somit nur für Teilchen durchlässig ist, die kleiner als die Poren sind. Dieser Filter heißt Membran: Bei der Hämodialyse ist eine künstliche Membran im Einsatz – die Bauchfelldialyse verwendet das Bauchfell als natürliche, körpereigene Membran. Auf der einen Seite der Membran fließt das Blut aus dem Körper – auf der anderen Seite befindet sich eine spezielle Dialysierflüssigkeit. Diese Flüssigkeiten enthalten verschiedene Teilchen in unterschiedlichen Konzentrationen: durch Diffusion wandern die Bestandteile von der Seite mit der hohen Konzentration auf die Membranseite mit der niedrigeren Konzentration so lange, bis die Konzentration auf beiden Seiten gleich ist. Stoffe wie zum Beispiel Wasser, Blutsalze und kleine Moleküle wie auch die schädlichen Stoffwechselendprodukte können die kleinen Löcher der Membran durchwandern. Große Moleküle, dazu zählen beispielsweise Fette und Eiweiße, hält die Membran zurück. Das Ergebnis: Das gereinigte Blut bleibt bei der Bauchfelldialyse im Körper bzw. wird bei der Hämodialyse wieder in den Körper zurückgeführt. Kleine nützliche Bestandteile, die bei der Hämodialyse herausdialysiert wurden (z. B. wasserlösliche Vitamine) müssen nach der Dialyse dem Körper wieder zugeführt werden.
Elektrolyte (Salze): in den Körperflüssigkeiten gelöste Mineralstoffe, z. B. Natrium, Kalium, Magnesium und Chlorid. Die Konzentrationen der verschiedenen Elektrolyte im Körper werden von den Nieren reguliert. Wenn die Nieren versagen, geraten die Elektrolyte aus dem Gleichgewicht, was unter Umständen zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen kann. Durch die Dialyse kann dieses Problem behoben werden.
Erythropoetin: von den Nieren gebildetes Hormon, das die Produktion von roten Blutkörperchen anregt. Ein Mangel an Erythropoetin kann zur renalen Anämie führen. Erythropoetin („Epo“) wird gentechnologisch als Medikament hergestellt und seit Jahrzehnten erfolgreich zur Therapie der renalen Anämie eingesetzt.
Gefäßprothese: chirurgisch geschaffener Zugang zu den Blutgefäßen für die Hämodialyse, bei dem eine Arterie und eine Vene mit einem Kunststoffschlauch verbunden werden.
Gefäßzugang: Bezeichnung von Körperstellen, an denen Blut zur Einleitung in einen Hämodialysekreislauf entnommen wird. Bei einem solchen Zugang kann es sich um einen Shunt, eine Gefäßprothese oder einen Katheter handeln.
Hämodialyse: Reinigung des Blutes auf technischem Wege nach Ausfall der Nierenfunktion. Dabei wird das Blut durch ein Schlauchsystem in einen Dialysator geleitet, der es von Stoffwechselendprodukten und überschüssiger Flüssigkeit befreit und dem Körper anschließend über ein zweites Schlauchsystem wieder zuführt.
Harn: flüssiges Ausscheidungsprodukt, das durch die Filterung des Blutes in den Nieren entsteht, in der Blase gesammelt und über die Harnröhre beim Wasserlassen ausgeschieden wird
Harnstoff: Stoffwechselendprodukt im Blut, das im Zuge des normalen Abbaus von Eiweiß in der Leber entsteht. Harnstoff wird normalerweise von den Nieren aus dem Blut entfernt und mit dem Harn ausgeschieden. Bei Patienten mit Nierenversagen kommt es zur Ansammlung von Harnstoff im Körper.
Harntrakt: Organsystem, das Stoffwechselendprodukte aus dem Blut herausfiltert und diese mit dem Harn ausscheidet. Zum Harntrakt gehören die Nieren, Harnleiter sowie die Blase und die Harnröhre.
Kalium: im Körper und in zahlreichen Nahrungsmitteln vorkommender wichtiger Mineralstoff, der bei der Regulation des Wasserhaushaltes und der Weiterleitung von elektrischen Impulsen an Nerven- und Muskelzellen eine wichtige Rolle spielt. Der Kaliumspiegel wird vom Körper genau reguliert.
Katheter: durch die Haut in ein Blutgefäß oder eine Körperhöhle eingeführter Schlauch, über den Flüssigkeit aus dem Körper abgeleitet oder ihm zugeführt werden kann.
Künstliche Niere: andere Bezeichnung für den Dialysator
Natrium: im Körper und vielen Nahrungsmitteln, vor allem im Kochsalz, vorkommender Mineralstoff. Natrium ist unter anderem für die Wasserverteilung im Körper besonders wichtig.
Nephrologe: Facharzt für Nierenkrankheiten
Nieren: Paarig angelegte, bohnenförmige Organe, normalerweise etwa 10 bis 12 x 5 cm groß, deren Aufgabe es ist, Stoffwechselendprodukte aus dem Blut zu filtern und Flüssigkeit auszuscheiden. Die Nieren liegen unterhalb der Rippen rechts und links neben der Wirbelsäule. Sie bilden Harn, der durch die sogenannten Harnleiter in die Blase abgeleitet wird.
(Terminale) Niereninsuffizienz: Zustand der dauerhaften Schädigung des Nierengewebes, was zu einer dauerhaften Verminderung der Nierenfunktion führt. In dessen Folge sammeln sich Flüssigkeit und schädliche Stoffwechselprodukte im Körper an. Patienten mit vollständigem Nierenversagen, also terminaler Niereninsuffizienz, sind auf eine Nierenersatztherapie angewiesen: eine regelmäßige Reinigung des Blutes von Salzen, Stoffwechselendprodukten und Entfernen von überschüssigem Wasser mit Hilfe der Dialyse oder einer Transplantatniere (beste Form der Nierenersatztherapie).
Nierenversagen: Ausfall der Nierenfunktion
Peritonealdialyse: Verfahren der Blutwäsche, bei dem das Bauchfell als Filtermembran eingesetzt wird. Eine auch als Dialyselösung bezeichnete Spülflüssigkeit wird aus einem Beutel über einen chirurgisch implantierten Katheter in den Bauchraum eingelassen. Flüssigkeit und harnpflichtige Substanzen passieren das Bauchfell und gelangen in die Dialyselösung. Die Spüllösung wird anschließend aus der Bauchhöhle wieder abgelassen; so können überschüssige Flüssigkeit und Stoffwechselendprodukte aus dem Körper entfernt werden. Man unterscheidet das manuelle Verfahren, bei dem die Dialyselösungen manuell vom Patienten gewechselt werden (CAPD = kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse) und das automatische Verfahren für die Peritonealdialyse (APD = automatisierte Peritonealdialyse oder CCPD = kontinuierliche zyklische Peritonealdialyse), bei dem die Beutelwechsel mithilfe eines Gerätes, des sogenannten Cyclers, erfolgen.
Peritoneum: Bauchfell; umgibt den gesamten Bauchraum und große Teile des Darms, ist relativ gut durchblutet und ist bis zu 2 m² groß; wird bei der Peritonealdialyse als körpereigener Filter eingesetzt.
Peritonitis: Bauchfellentzündung; häufigste Infektion bei Peritonealdialysepatienten, die mit Antibiotika behandelbar ist
Phosphat: Verbindung eines Mineralstoffs, welcher die Energieversorgung der Zellen unterstützt. Vor allem in Kombination mit Kalzium ist es für den Knochenstoffwechsel wichtig.
Polyneuropathie: Die Funktion des Nervensystems ist teilweise gestört. Anzeichen betreffen meistens die Nerven des peripheren Nervensystems, d.h. alle Nerven außerhalb des zentralen Nervensystems. Die Symptome treten typischerweise in den Füßen, Beinen, Armen oder Händen auf.
Renale Osteodystrophie: Verminderung der Knochenfestigkeit infolge einer gestörten Nierenfunktion. Renale Osteodystrophie tritt häufig bei Dialysepatienten auf, deren Phosphatspiegel zu hoch ist oder deren Vitamin-D-Versorgung unzureichend ist.
Renin: vor allem von den Nieren gebildetes Hormon, das an der Regulation des Flüssigkeitshaushalts und des Blutdrucks beteiligt ist.
Shunt: arteriovenöse (AV-)Fistel; bei Patienten, die eine Hämodialysebehandlung benötigen, gewöhnlich am Unterarm mithilfe eines chirurgischen Eingriffs angelegte, direkte Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene. Die AV-Fistel/der Shunt lässt die Vene dicker werden, so dass sie sich für die wiederholten Punktionen (Nadeleinstiche) eignet, die im Rahmen der Hämodialyse als Zugang zu den Blutgefäßen erforderlich sind.
Überleitungssystem: verbindet bei der Peritonealdialyse den Dialysatbeutel durch Anschlussstücke mit dem Katheter
Urämie: Ansammlung von harnpflichtigen Substanzen im Blut infolge einer ungenügenden Nierenfunktion. Eine Urämie kann akut wenige Tage nach einem akuten Nierenversagen oder chronisch, also sich über Jahre hinweg entwickelnd, auftreten.  Zu den Symptomen der Urämie gehören Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Schwäche und Verwirrtheit.
Venen: Gefäße, durch die das Blut zum Herzen hinfließt
Venenkatheter: (Übergangslösung, da er leicht verstopft/sich infiziert) Bei schnell fortschreitender Nierenerkrankung bleibt nicht immer die Zeit, um vor Beginn der Dialyse einen dauerhaften Gefäßzugang (Shunt) anzulegen. Die Lösung: ein vorübergehender Venenkatheter zur Überbrückung, bis ein Dialyseshunt einsatzbereit ist, am Hals, an der Brust oder in der Leistengegend.
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