Genussvolle Ernährung trotz Dialyse?

Worauf sollte ich bei der Ernährung achten?

Da die Niere viele Mineralien und andere Stoffe, die durch die Nahrung aufgenommen werden, bei terminaler Niereninsuffizenz nicht mehr ausscheiden kann, übernimmt die Dialyse diese Ausscheidungs- und Entgiftungsfunktion ersatzweise – sie kann aber längst nicht so viel leisten wie gesunde Nieren.

Daher nimmt die Ernährung eine noch wichtigere Rolle ein. So müssen Ess- und Trinkgewohnheiten angepasst werden, was Sie bei der Auswahl von Lebensmitteln vielleicht vor ungewohnte Herausforderungen stellt.

 Je bewusster Sie sich mit dem Essen und Trinken auseinandersetzten, desto positiver wirkt sich das auf die Dialyse und Ihre Gesundheit aus. Am besten stellen Sie mit einem Diätassistenten, Ernährungsberater, Ihrem Arzt oder Nephrologen Ihren optimalen Speiseplan zusammen und halten mit diesen Rücksprache zu Ihrer Ernährung.

Einen Überblick der in der Dialysebehandlung empfehlenswerten Nahrungsmittel und deren Verzehrmengen, gibt Ihnen diese spezielle Ernährungspyramide.

Die unterschiedlich großen Segmente verdeutlichen, in welcher Menge Sie die einzelnen Lebensmittelgruppen verzehren sollten.

In welchen Lebensmitteln stecken Kalium und Phosphat?

Nutzen Sie diese Übersicht und erfahren Sie, auf welche Lebensmittel Sie achten sollten. Klicken Sie, um
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Worauf sollten Sie achten?

Fünf Aspekte, die Sie für eine optimale Ernährung beachten sollten:

Nicht vergessen:

  • Wenn Ihnen Ihr Arzt oder Nephrologe einen Phosphatbinder verschrieben hat, sollten Sie diesen zu jeder Mahlzeit einnehmen. Denn auch bei einer phosphatarmen Ernährung nimmt der Körper noch viel Phosphat auf.In der Regel kann dieses nicht vollständig durch die Dialyse ausgeschieden werden. Der Phosphatbinder hingegen bindet Nahrungsphosphate direkt im Darm, sodass weniger davon ins Blut gelangt. Das Risiko von Arterienverkalkungen und Knochenbrüchigkeit sinkt.

Tipp:

Achten Sie auf versteckte Phosphatzusätze, die durch E-Nummern zu erkennen sind.

Ein Beispiel hierfür wäre E 338, was unter anderem in Erfrischungsgetränken wie Cola oder in Sahneprodukten enthalten ist.

Kaliumarmes Gemüse und Obst

Beispiele für kaliumarmes Gemüse:

  • Chicorée
  • Chinakohl
  • grüner Salat
  • Gurken

Beispiele für kaliumarmes Obst:

  • Äpfel
  • Beeren
    (Erdbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Preiselbeeren)
  • Mandarinen

Wässern – Wie funktioniert‘s?

Kleingeschnittenes Obst bzw. Gemüse sollte 3 – 5 Stunden in ausreichend lauwarmem Wasser liegen. Bitte beachten Sie, dass das Wasser vor dem Kochen gewechselt werden muss, da sich darin nun das gelöste Kalium befindet. Das Kleinschneiden von Obst und Gemüse verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Auch das Garen im Wasserbad kann den Kaliumgehalt um ein Drittel reduzieren. Alternativ nutzen Sie Tiefkühlgemüse /-obst oder Konservenobst, welches ebenfalls einen geringeren Kaliumgehalt aufweist.

Ich habe keinen Appetit: Ist das normal?

Es kann durchaus vorkommen, dass Sie nach der Diagnose weniger Appetit haben und Sie stattdessen Übelkeit verspüren. Diese Beschwerden werden auf die An­sammlung von Giftstoffen im Körper zurückgeführt und bessern sich im Allgemeinen durch die Dialyse. Wenn Sie dennoch wenig Appetit haben und vielleicht sogar an Gewicht verlieren, sollten Sie unbedingt Folgendes beachten:

Es kann durchaus vorkommen, dass Sie nach der Diagnose weniger Appetit haben und Sie stattdessen Übelkeit verspüren. Diese Beschwerden werden auf die An­sammlung von Giftstoffen im Körper zurückgeführt und bessern sich im Allgemeinen durch die Dialyse. Wenn Sie dennoch wenig Appetit haben und vielleicht sogar an Gewicht verlieren, sollten Sie unbedingt Folgendes beachten:

  • Trinken Sie erst nach den Mahlzeiten und nicht während der Mahlzeit, da dies auch den Appetit mindert. Nehmen Sie für unterwegs immer etwas zum Essen mit und vergessen Sie nicht Ihren Phosphatbinder.
  • Sie brauchen Energie! Spre­chen Sie Ihr optimales Körper­gewicht mit Ihrem Arzt oder Nephrologen ab. Wenn Sie deutlich darunter liegen, denken Sie erst einmal nicht an Essenseinschränkungen, sondern essen Sie, was Ihnen schmeckt. Ihr Essen sollte ausgewogen und reich an Kalorien und Eiweiß sein.
  • Essen Sie eiweißbalanciert. Rund 2 – 3 Mal am Tag Fleisch, Fisch oder Eier und dazu stärkehaltige Beilagen wie Reis oder Nudeln sowie Brot und Kartoffeln. Auch etwas Gemüse passt in Ihren Ernährungsplan. Bereiten Sie Ihr Essen mit viel Öl, Fett und/oder Sahne zu.
  • Essen Sie häufig. Anstelle von drei großen Mahlzeiten am Tag sind kleinere und möglichst kalo­rienreiche Mahlzeiten, insge­samt mindestens 5 – 6 am Tag, in der Regel besser. Essen Sie auch wenn Sie keinen Appetit haben. Wenn Sie wieder zu Kräften gekommen sind, wird auch der Appetit wieder größer.
  • Für Zwischenmahlzeiten eignen sich sehr gut Kekse, Kuchen, Sahne­quark oder auch ein Weißbrot mit Streichfett und Käse oder Marmelade bzw. Honig.

Ich habe Durst: Worauf sollte ich achten?

Ihre Nieren können Wasser nur noch in geringem Maße ausscheiden. Es sammelt sich daher zwischen den Dialysesitzungen im Körper an und kann gesundheitliche Schäden verursachen. Achten Sie daher darauf, nur die von Ihrem Arzt oder Nephrologen empfohlene Menge zu trinken und denken Sie auch an das im Essen verborgene Wasser.

Was können Sie tun, wenn Sie trotzdem starken Durst verspüren?

  • kleine Eiswürfel oder Zitronenstückchen lutschen
  • kleine Trinkgefäße verwenden
  • salzige und stark gewürzte Speisen vermeiden
  • Medikamente zu den Mahlzeiten einnehmen
  • Mundspülungen vermindern das Durstgefühl

Meine Dialyse – und ich?

Kann ich noch mein Leben leben?

Mit der Diagnose terminale Niereninsuffizienz und der einhergehenden Dialyse beginnt ein Wendepunkt im Leben, der einige Umstellungen mit sich bringt. Gewöhnliche Hausarbeit und körperlich belastende Tätigkeiten fallen Ihnen nun möglicherweise schwerer.

Auch wenn die Dialyse anfangs schwerfällt und die zahlreichen Neuerungen im Alltag anstrengend und nervig sein können, ermöglicht die Behandlung, dass Sie Ihr Leben trotz Nierenversagen aktiv erleben können. Dies zu akzeptieren fällt Ihnen vor allem am Anfang möglicherweise schwer. Nutzen Sie daher die Möglichkeit mit Ihren Angehörigen darüber zu sprechen oder nehmen Sie die Unterstützung von Ärzten und Psychologen an.

Menschen, die Sie verstehen

Als Dialysepatient sind Sie nicht alleine: Rund vier bis sechs Millionen Menschen in Deutschland haben eine eingeschränkte Nierenfunktion. Nutzen Sie die Möglichkeiten und tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus, die Sie verstehen und den gleichen Wendepunkt durchleben. Vielleicht können Sie so auch hilfreiche Tricks und Hilfestellungen erfahren. Hier finden Sie mögliche Anlaufstellen

Während Sie und Ihre Angehörigen versuchen, die Folgen der Krankheit, Stimmungsschwankungen und die Angst vor der Behandlung zu bewältigen, kann es zeitweise zu zwischenmenschlichen Spannungen kommen. Regelmäßige und offene Gespräche sind zu Beginn des neuen Alltags daher besonders wichtig. In dieser schwierigen Situation ist manchmal gerade das nicht einfach und es kann zu Konflikten kommen. Vielleicht hilft es Ihnen, Ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit der Dialyse und der Dialysetherapie aufzuschreiben, um sich besser in die Dialyse einzuleben: Überlegen Sie doch einmal, wie Sie sich in dieser Woche gefühlt haben, wie Sie die Dialyse-Sitzung empfunden haben oder ob es besondere Momente gab, die Sie gerne festhalten möchten. Wenn die Behandlung mehr und mehr zur Routine wird, kann das Familienleben in annähernd normale Bahnen zurückkehren. Mit der Zeit gewöhnen Sie sich auch an die Umstellung in der Ernährung und finden sich durch neue Rezeptideen besser zurecht. Auch der Umgang mit Alkohol ist hierbei ein mögliches Thema, welches Sie mit Ihrem behandelnden Arzt oder Nephrologen besprechen können.

Die Dialyse ist doch Zeitverschwendung?

Mehrmals die Woche suchen Sie für die Nierenersatz-Behandlung ein Dialysezentrum auf und verbringen dort mehrere Stunden. Möglicherweise fühlt sich diese Zeit wie verlorene Zeit an – doch das muss sie nicht sein. Sie können diese Stunden aktiv zu Ihrer Zeit machen und für Verschiedenes nutzen:

  • Sprechen Sie Ihre Dialyse-Nachbarn an! Das nachbarschaftliche Verhältnis macht den Aufenthalt im Dialysezentrum angenehmer und birgt vielleicht auch etwas Freude für das Wiedersehen: miteinander reden, Fernsehschauen – sich austauschen!
  • Lesen Sie ein Buch oder Ihr Lieblingsmagazin! Sie müssen sich nicht jedes Mal mit Ihren Dialyse-Nachbarn unterhalten. Auch ein gutes Buch kann die Zeit während der Behandlung überbrücken.
  • Wie wäre ein Hörbuch? Versuchen Sie die Zeit so entspannt wie möglich anzugehen und lassen Sie sich während der Behandlung von einer leichten Komödie oder einem spannenden Krimi berieseln.

Liebe, Freunde, Familie – wie gehen wir damit um?

Partnerschaft: Wenn vieles plötzlich anders ist

Mit dem Beginn der Dialyse gehen auch Neuerungen und Veränderungen in Ihrem Alltag einher. Diese können unter anderem zu Verunsicherung oder Stimmungsschwankungen führen, die man gemeinsam angehen sollte. Es hilft daher, sich so gut es geht in die Lage des Partners hineinzuversetzen – und das aus beiderlei Sicht. Denn die partnerschaftliche Gestaltung des Alltags schafft gegenseitiges Verständnis.

Bewahren Sie sich Ihre positive Einstellung

Auch wenn der neue Alltag möglicherweise Umstellungen und Einschränkungen mit sich bringt, an die man sich erst gewöhnen muss, können Sie mit der Dialyse trotz Erkrankung gemeinsam das Leben erleben.

Mit Beginn der Dialyse zeichnen sich bestimmte Phasen ab – sogenannte Anpassungsphasen. Oft sind die Übergänge zwischen diesen fließend und man kann in beide Richtungen schwanken. Das Leben befindet sich im stetigen Wandel. Diese typischen Phasen zu kennen, kann es jedoch leichter machen, Verständnis zu zeigen und entsprechend aufeinander einzugehen:

Ausrufezeichen

Honey-Moon-Phase

Mehr …
  • Nach ca. zwei Wochen wird die Dialyse positiv erlebt
  • Die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert sich
  • Lebensfreude, Hoffnung und Zufriedenheit kehren zurück
  • Diese Phase kann bis zu sechs Monate dauern
Ausrufezeichen

Phase der Ernüchterung

Mehr …
  • Lebensveränderungen werden bewusst wahrgenommen
  • Anstrengungen, Abhängigkeiten und Monotonie hinterlassen psychische Spuren
  • Es treten Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit auf, die je nach Persönlichkeit durch Resignation, Depression, Trotz oder Aggression zum Ausdruck gebracht werden. Oft kommen Schuld und Schamgefühle hinzu
Ausrufezeichen

Phase der Langzeitanpassung

Mehr …
  • Die Krankheit und das Leben mit der Dialyse werden akzeptiert – trotz der Einschränkungen und Komplikationen
  • Entschlossenheit, das Beste aus der Situation zu machen und alles dafür zu tun, dass es einem gut geht
  • Offen für neue Perspektiven, die sich trotz der Erkrankung bieten
  • Es gibt aber auch Patienten, die mit ihrem Schicksal hadern

Es ist umso wichtiger, sich umfassend mit der Erkrankung und den Behandlungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen und zu informieren. So können Sie sich bestmöglich zur Seite stehen und unterstützen. Hierzu zählen auch gemeinsame Besuche von Dialyse-Terminen und Arztgesprächen.

Nutzen Sie die dialysefreien Tage!

Vielleicht hilft es Ihnen gemeinsam darüber nachzudenken, wie Sie die dialysefreien Tage nutzen wollen. Ein Paar oder eine Familie braucht Stunden, die sie unbeschwert zusammen verbringen können. Zeiträume, in denen die Krankheit mal nicht an erster Stelle steht, sondern in den Hintergrund rückt und die Beziehungen gestärkt werden.

Überlegen Sie doch einmal:

  • Was Sie von der Dialyse gemeinsam mit der Familie und/oder mit Freunden unternommen haben
  • Was Sie daran hindert, diese gemeinsamen Aktivitäten zu pflegen
  • Wie man die Aktivitäten so verändern könnte, dass sie auch jetzt noch möglich sind
  • Inwieweit vermehrte gemeinsame Aktivitäten Ihrer Beziehung gut tun würden

Planen Sie gemeinsame Aktivitäten und reservieren Sie sich die dialysefreien Tage, am besten den direkt nach der Dialyse, dafür zu reservieren. So können sich alle darauf einstellen.

Allerdings sollten Sie – und alle anderen Beteiligten – nicht enttäuscht sein, wenn die Erkrankung Ihre Pläne durchkreuzt. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Sexualität und Kinderwunsch

Offene Gespräche und Vertrauen sind besonders wichtig, um mögliche Hemmschwellen und neue Erfahrungen gemeinsam durchzustehen. Es kann durchaus passieren, dass sich das sexuelle Verlangen nach Eintritt eines Nierenversagens verändert – dies ist aber individuell unterschiedlich. Sollten Sie als Paar unter den Veränderungen Ihres Sexuallebens infolge der Niereninsuffizienz leiden, empfiehlt es sich, darüber mit einem Arzt, Nephrologen oder Psychologen offen zu sprechen.  Auch äußerlich sichtbare Veränderungen, die von einer chronischen Nierenerkrankung ausgehen, sind von Patient zu Patient verschieden. Sowohl die Hämo- als auch die Peritonealdialyse können sichtbare Spuren hinterlassen, die daher mehr oder weniger belastend sein können und möglicherweise eine zusätzliche Hemmschwelle darstellen.

Eine erfüllte Sexualität geht beide an:

Sprechen Sie gemeinsam offen über das Thema, setzen Sie sich gegenseitig aber nicht unter Druck.

Falls im Laufe der Beziehung ein Kinderwunsch aufkommt, so sollten Sie diesen ausführlich mit dem behandelnden Arzt oder Nephrologen besprechen.

 

Ausrufezeichen

Für Sie

Die Schwangerschaften von Dialysepatientinnen gelten als Hochrisikoschwangerschaften und werdenMehr

Die Schwangerschaften von Dialysepatientinnen gelten als Hochrisikoschwangerschaften und werden daher von Ärzten besonders begleitet. Unabhängig davon, ob Ihre niereninsuffiziente Partnerin bereits unter Dialysebehandlung steht oder noch nicht, wird leider jedoch meist von einer Schwangerschaft abgeraten, da die Komplikationshäufigkeit hoch ist und beträchtliche Risiken sowohl für den heranreifenden Fötus als auch für die Mutter bestehen. Es ist wichtig, für weitergehende Informationen und Beratung hierzu den Arzt oder Nephrologen heranzuziehen und über Verhütung nachzudenken.

Ausrufezeichen

Für Ihn

Vater werden ist trotz andauernder Dialysebehandlung und auch nach einer Nierentransplantation keinMehr

Vater werden ist trotz andauernder Dialysebehandlung und auch nach einer Nierentransplantation kein Problem. Sollte jedoch ein Jahr oder länger erfolglos versucht werden ein Kind zu zeugen, sollten Sie mit dem Arzt oder Nephrologen die Durchführung eines Fruchtbarkeitstests besprechen.

Gemeinsam das Familien- und Freizeitleben gestalten

Gerade zu Beginn der Dialysebehandlung bedarf es eher viel Kraft, um die Erkrankung zu bewältigen. Gelingt dies, wird die Dialyse irgendwann zur Nebensache – und der Blick richtet sich wieder auf andere Dinge im Leben.

Zu den wichtigsten Schritten, die neuen Situationen gemeinsam und konstruktiv zu meistern, gehört das regelmäßige und offene Gespräch. Die Flexibilität, Spontanität und Entscheidungsfreiheit werden ein Stück weit verloren gehen und nicht selten leidet darunter auch das Miteinander. Ernährung, Freizeit, Urlaub – alles muss um die Dialyse und die Behandlungstermine herum organisiert werden. Umso wichtiger ist es, dass alle Familienmitglieder oder auch Freunde ihre Wünsche und Hoffnungen, Ängste und Sorgen offen teilen. Auf einer solchen Basis kann ein gemeinsamer Weg gefunden werden.

Versuchen Sie, sich in die Lage des Anderen hineinzuversetzen und in dessen Sinne zu handeln. Suchen Sie am besten auch gemeinsam nach Informationen und Lösungen und zeigen Sie, dass Sie diesen neuen Wendepunkt des Lebens zusammen meistern werden. Diese Zusammengehörigkeit ist oftmals viel entscheidender als das, was Sie sagen.

Urlaub und Bewegung – auch nach der Diagnose?

Bleiben Sie aktiv!

Bewegung fördert Ihre Lebensqualität und ermöglicht es Ihnen nach der Eingewöhnungsphase wieder Ihren gewohnten Aktivitäten nachzugehen. Das generelle Ziel dabei sollte sein, aktiv zu bleiben – natürlich immer in Abstimmung mit Ihrem Arzt oder Nephrologen und einem für Sie passenden Bewegungsprogramm. Bitte achten Sie darauf, beim Sport nicht zu übertreiben. Je eher die Chance ergriffen wird, in eine gewisse Alltagsroutine zurückzufinden, desto geringer ist das Risiko unter seelischen Problemen, wie beispielsweise Depressionen, zu leiden.

 

Falls Sie mobil etwas eingeschränkt sind, gibt es ein paar Tricks, um sich im Alltag mehr zu bewegen:

Sie sind gut zu Fuß:

  • Das Auto so oft wie möglich stehen lassen
  • Mit Bus oder Bahn: Steigen Sie einfach mal ein oder zwei Stationen früher aus
  • Treppen nutzen, anstatt Aufzug oder Rolltreppe
  • Halbe Stunde spazieren gehen oder mit dem Fahrrad fahren
  • Joggen, Schwimmen, Tennis oder Fitness-Studio – trotz Dialyse alles möglich.
    Fragen Sie Ihren Arzt oder Nephrologen!

Ihre Mobilität ist eingeschränkt:

  • auch mit Gehhilfe, Rollator, Rollstuhl in Bewegung bleiben
  • (Bein- und Arm-) Ergometer vor den Fernsehsessel stellen zum Trainieren
  • mit Theraband, Hanteln oder Wasserflaschen sind leichte Kraftübungen möglich
  • Üben Sie Aufstehen und Sich-Hinsetzen – am Anfang können Sie sich an einem Tisch oder Stuhl festhalten.

Dialyse auf Reisen

Das passende Ziel finden, ein Hotel oder eine Pension aussuchen, Flüge buchen oder die Route planen – auch Sie können auf Reisen gehen und Ihre Urlaubsträume wahr werden lassen. Dank der sogenannten Ferien-Dialyse reicht das Angebot vom Spazieren im Bayerischen Wald über erholsamen Strandurlaub auf Mallorca, bis hin zur Kreuzfahrt. Beachten Sie bei Ihren Plänen Folgendes:

Checkliste:

  • Viele Dialysezentren bieten Plätze für die sogenannte Ferien-­ oder Gastdialyse an (mindestens sechs bis acht Wochen vorher Kontakt aufnehmen).
  • Beziehen Sie das heimische Dialyseteam mit ein, damit ein Arztbrief mit Angaben zu Dialyse, Medikamenten und Laborwerten an das Urlaubs­-Dialysezentrum gesandt wird.
  • Klären Sie vor einem Auslands­urlaub mit der Krankenkasse ab, inwieweit die Kosten der Feriendialyse übernommen werden.
  • Buchen Sie keine Reise, bevor ein Dialyseplatz in erreichbarer Nähe gesichert ist.
  • Nehmen Sie eine ausreichende Menge der benötigten Medikamente mit, da diese unter Umständen im Ausland nicht erhältlich sind sowie eine bestätigte Liste der Medikamente für den Zoll.
  • Sprechen Sie mit dem behan­delnden Arzt oder Nephrologen über Ihre Pläne. Er kann Ihnen individuelle Empfeh­lungen geben.
  • Suchen Sie nach Reiseveranstal­tern, die sich auf Dialysepati­enten spezialisiert haben.

Sprechen Sie auch mit anderen Betroffenen und Angehörigen und tauschen Sie sich über deren Erfahrungen und Urlaubserlebnisse aus.

Bitte beachten Sie:

Die hier dargestellten Informationen wurden gemeinsam mit Experten und Pflegekräften entwickelt, wodurch die Inhalte fachlich geprüft sind und eine erste Orientierung geben können. Die bereitgestellten Informationen auf der Website können jedoch nicht einen persönlichen Termin beim Arzt ersetzen.

Weitere FAQs:

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E-Nummern kennzeichnen unter anderem die sogenannten “versteckten” Phosphate, also Nahrungsmittelzusatzstoffe, die häufig aus kalium- oder natriumhaltigen Phosphaten bestehen. Diese Stoffe können den Phosphatgehalt der Nahrung leicht verdoppeln. Die E-Nummern sind auf den Packungen aufgedruckt, geben allerdings nicht die Menge an, in der der jeweilige Stoff in dem Lebensmittel enthalten ist. Besonders verarbeitete Lebensmittel enthalten oft phosphathaltige Zusätze, da sie diese z.B. vor dem Verklumpen verhindern, cremiger machen oder appetitlicher aussehen lassen. Beispiele für solche Lebensmittel sind Instant-Produkte, Schmelzkäse oder Wurstwaren.

 

Es gibt Lebensmittel, die gewissermaßen komplett als Flüssigkeit zu betrachten sind. Dies sind beispielsweise Pudding, Gelee, Früchtequark, Joghurt, Speiseeis, Dosenobst usw. Weitere Lebensmittel mit hoher Flüssigkeitsbilanz sind z.B. Eintöpfe oder Breie.

Tauschen Sie sich aus und reden Sie offen auch mit anderen Betroffen. Da sie die gleichen Lebensänderungen durchmachen, finden Sie hier Verständnis und Gesprächspartner. Der Bundesverband Niere e.V. bietet Ihnen die Möglichkeit mit Selbsthilfegruppen aus ganz Deutschland Kontakt aufzunehmen: Bundesverband Niere e.V.

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